Max-Spohr-Preis 2008

2008 – SAP AG

von links nach rechts:

Prof. Hans-Olaf Henkel (Gastredner, 1.v.l.), Torsten Kluge (Vorstand, 5.v.l.), Albrecht Kehrer (Vorstand, 4.v.r.), Dr. Natalie Lotzmann (Head of Health & Diversity bei SAP, 3.v.r.), Prof. Reinhold Roski (Jury-Sprecher, 2.v.r.), Ulrich Meier (Moderator, 1.v.r.), Vertreter des GLBT-Firmennetzwerkes HomoSAPiens

Die Verleihung

"Mal sehen, ob der Preisträger heute Abend seinen Preis auch annimmt!"

So eröffnete Ulrich Meier die Festveranstaltung zur Verleihung des Max-Spohr-Preises 2008. Er hatte berechtigte Sorge, kam er doch geradewegs von der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises, wo er Augenzeuge von Marcel Reich-Ranickis Zurückweisung der Auszeichnung für sein Lebenswerk zwei Tage vorher wurde. Diese Pointe saß und stimmte die 130 Gäste ein, die der Einladung des VK in die Akademie der Künste am 13. Oktober 2008 gefolgt waren. Meiers Moderation war ein reines Vergnügen, und er führte charmant und souverän durch die Höhepunkte dieses Abends.

Vor der traumhaften Kulisse des Pariser Platz samt Brandenburger Tor begrüßte Vorstandsmitglied Albert Kehrer die Anwesenden zur fünften Verleihung des deutschlandweit einzigartigen Diversity-Preises. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hatte die Schirmherrschaft übernommen und war mit Grußbotschaft per Video anwesend. Ein wichtiger Termin verhinderte leider Ihre persönliche Teilnahme. Dem zukünftigen Preisträger sowie allen Anwesenden gab sie mit auf den Weg, wie wichtig das Engagement des VK mit diesem Preis sei.

Ein Highlight war die Rede von Hans-Olaf Henkel, dem ehemaligen IBM-Europa-Chef und BDI-Vorsitzenden. Bereits im Vorgespräch hatte er angekündigt, dass wir ein Risiko eingehen könnten, indem wir ihn zum Keynote Speaker machten. Dies Risiko hat sich jedoch mehr als gelohnt!

Henkel gab dem Thema Diversity seine eigene, sehr unverwechselbare Wendung. "Das Gegenteil von Vielfalt ist Einfalt!", so seine Pointe zu Eröffnung. Denn die ändere nichts. Er habe Diskriminierung persönlich nie erfahren, konnte als Leiter von IBM Südafrika jedoch aus erster Hand sehen, was Diskriminierung ist. Seine Überzeugung ist es, dass Marktwirtschaft, Menschenrechte und Demokratie ein Dreieck bilden, in dem sich die Eckpunkte wechselseitig bedingen. An die schwulen Führungskräfte gewandt sagte er: "Bevor ich mit Herrn Kehrer und Herrn Dr. Bücker sprach, wusste ich nicht, wie akut die Diskriminierung schwuler Führungskräfte sein kann". Die Globalisierung, der Einfluss des anglo-amerikanischen Mangementsystems sei aber die Chance: "Die Globalisierung wird dafür sorgen, dass Werte, Menschenrechte und damit auch ein Bewusstsein von Diversity um die Welt gehen werden."

Schließlich kam die eigentliche Preisverleihung, die das Spotlight auf die SAP AG richtete. Prof. Reinhold Roski, Laudator und Jurymitglied, hob die Gründe hervor, die zur Auszeichnung führten: "SAP ist vorbildhaft für andere deutsche Unternehmen. SAP begnügt sich nicht mit luftigen Absichtserklärungen, sondern die Global Diversity Policy wird in einen Code of Business Conduct, eine Global Recruitment Policy sowie eine Global Mobility Policy übersetzt, darin überprüfbar ausformuliert und konsequent umgesetzt."

Ganz im Geiste der Ausschreibungskriterien für den Max-Spohr-Preis sind bei SAP seit Juli 2008 neu entwickelte Gender Transition Guidelines für alle SAP Mitarbeiter und SAP Manager in Kraft. Diese sollen Diskriminierung gegen einzelne verhindern, die explizit auf Gender, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung zielt. Diese Guidelines wurden in Zusammenarbeit vom Mitarbeiternetzwerk HomoSAPiens mit dem Global Diversity Office und Global Communications offiziell entwickelt.

Nach dieser Lobrede des Jury-Sprechers konnte Dr. Natalie Lotzmann, Head of Health & Diversity, als Repräsentant von SAP gar nicht anders: Zur Beruhigung aller Anwesenden nahm sie den Preis dankbar und bewegt an. Und sie war nicht allein gekommen. Wie stark der Diversity-Gedanke im Unternehmen verwurzelt ist zeigte sich an dem halben Duzend (und mehr) SAP-Mitarbeitern, die zu der Preisverleihung gekommen waren. Darunter natürlich auch Vertreter des LGBT-Firmennetzwerkes HomoSAPiens.

Der Erfolg des Abends hatte viele Väter und Mütter. Einmütiger Dank gebührte dabei der Volkswagen Financial Services GmbH, die den Mammutanteil dieses Festes gesponsert hatte. Dass der Preisträger von 2006 dies gerne getan hat, betonte Wolfgang Fueter in seiner kurzen Ansprache.

Sarah Wiener sorgte dafür, dass die Qualität des Festaktes seine Entsprechung in Speis und Trank nach Ende des offiziellen Teils fand. Bis weit in den späten Abend nutzten VK-ler, Bundestagsabgeordnete, Unternehmens- und Verbandsvertreter sowie weitere Führungskräfte die Gelegenheit zum Feiern und Networking.

Es war in jeder Hinsicht ein würdiger Abend: für den Preisträger, für die Gäste, für den VK – und es war auch ein würdiges Gedenken an Max Spohr. Dank Ulrich Meier haben wir an diesem Abend Vieles, auch viel Neues, über den Namensgeber des Preises gelernt; aber nicht alles. Das, so Meier, würde er uns in zwei Jahren bei der nächsten Verleihung erzählen. Wir werden ihn gerne beim Wort nehmen!

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